Epochen der Eisenbahngeschichte

In der Eisenbahngeschichte zeichnen sich Epochen ab, die durch Wechsel in gesellschaftlichen Strukturen und durch  technische  Veränderungen gekennzeichnet sind. In der Bauart, Farbgebung und Beschriftung der Fahrzeuge sowie im Streckenbild und Zubehör kommen die Epochen zum Ausdruck und beim  Bau von Modellbahnanlagen sollten Thematik und Ausstattung auch einer Epoche zugeordnet werden.

Im Katalog der Berliner TT-Bahnen Zeuke GmbH werden die Epochen 1990  wie folgt eingeteilt:

Epoche I    umfaßt die Gründerzeit der Eisenbahn von 1835 in den Farben der Länder-und Privatbahnen bis hin zur Verstaatlichung um 1920 in Deutschland

Epoche II   umfaßt Fahrzeuge der großen nationalen Staatsbahn-Netze (z.B. DR, SNCF) und noch vorhandener Privatbahnen. Es war die Zeit der Blüte der Dampflokomotiven und der Einführung vieler technischer Neuheiten (1920-1949)

Epoche  III   umfaßt Fahrzeuge der 50er und 60er Jahre. Durch den einsetzenden Strukturwandel ergab sich ein breites Spektrum unterschiedlicher Traktionen  (Dampf-, Diesel-, Elektro-) als Bestand der nationalen Eisenbahnen. Für den Modelleisenbahner ist diese Zeit von 1945-1970 die interessanteste Epoche und deshalb auch Hauptgegenstand unseres Kataloges.

Epoche  IV   umfaßt die modernen Fahrzeuge der Deutschen Reichsbahn und anderer nationaler Eisenbahnen

Andere Epochen-Einteilungen halten sich da mehr an die Norm Europäischer Modellbahnen (NEM) und teilen die Geschichte der Europäischen Eisenbahn für den Modellbahnbau in die Epochen I bis VI ein. Da sich die Epochen in der Regel nicht so exakt abgrenzen lassen, die Übergänge fließend und in Teilgebieten oft unterschiedlich sind, machte sich eine weitere Unterteilung in Perioden erforderlich.                                           

Auf Grund unterschiedlicher Entwicklungen in den einzelnen Ländern können die Perioden nicht einheitlich festgelegt werden und so beschränkt sich die NEM 800 auf die Festlegung der Zeiträume für Epochen, die NEM 800 D auf die Einteilung der Perioden in Deutschland.

Epoche I   (1835-1920) Bau der ersten Eisenbahnen, Entwicklung der Dampflokomotiven, zahlreiche Privat –und Länderbahnen mit buntem Fahrzeugpark

Epoche  II  (1920-1949) Weitgehende Vereinheitlichung der Bau – und Betriebsvorschriften, teilweise länderübergreifend (RIV, RIC), Einführung des elektrischen Zugbetriebes, vereinzelte Einführung von Lichtsignalen

Epoche  III  (1949-1970) Wiederaufbau nach dem Krieg und Entwicklung eines moderneren Fahrzeugparks, Traktionswechsel durch Ausbau des elektrischen Betriebes und der Dieselzugförderung.

Epoche  IV  (1970-1990) Abschluss der Traktionsumstellung, Einführung eines internationalen Beschriftungsschemas des Wagenparks.

Epoche  V   (ab 1990)  Entstehung von Schnellfahrnetzen, werbewirksame Farbgebung, Beginn des liberalisierten Zugangs zu den Bahnnetzen, Umwandlung der Staatsbahnen in Aktiengesellschaften mit Aufteilung in Infrastruktur-Unternehmen und in Verkehrs-Unternehmen, getrennt für Personen – und Güterverkehr, die auch außerhalb des angestammten Netzes tätig werden.

Epoche  VI  (ab 2007)  Neben den traditionellen Bahngesellschaften befahren zahlreiche Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ohne eigene Infrastruktur die bestehenden Eisenbahnnetze im Personen –und/oder im Güterverkehr national oder international mit eigenen Fahrzeugen. Entsprechende Anpassung des 12-stelligen UIC Nummernschemas. Überleitung der bestehenden internationalen Übereinkommen (RIC, RIV, etc.) in neue EU-konforme Vorschriften (OTIF, TSI). Aufhebung der gemeinsamen Bewirtschaftung von Güterwagen (EUROP und OPW). Nationale Schnellfahrstrecken nur für Personenverkehr wachsen zu einem  internationalen Netz zusammen. Massiver Abbau des Güterverkehrs in der Fläche mit Rückbau der Güterverkehrsanlagen und von Rangierbahnhöfen. Im Reiseverkehr dominieren Trieb-oder Wendezüge, im Güterverkehr Ganzzüge.

Weitere Angabern zu den Epochen und Perioden finden Sie über diesen Link NEM 806D oder über die Links der einzelnen Epochen I bis VI

 

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